Montag, 26. Oktober 2009

Poetry







Das Wesen

Deine Stimme ist das Zentrum,
um das sich Du & Deine Künste dreh´n.
Wer Deine Stimme nie gehört,
der wird Dein Wesen niemals sehn.
Auge, Arm, Brust & Bein
sind edle Stützen dieses Throns;
doch kehrt sich´s um, so sind sie
arrogante Prügel blanken Hohns!








Von Wort zu Wort,
von Stein zu Stein,
von Freund zu Freund,
von Glaube zu Glaube,
von Schuld zu Schuld,
von Versuch zu Versuch,
von Ahnung zu Ahnung,
von Liebe zu Liebe,
von Anfang zu Anfang,
von Tief zu Tief,
von Träne zu Träne,
& Ende zu Ende,
wandere ich noch immer,
Tal um Tal, Gipfel um Gipfel, Trug um Trug, -& Kreis um Kreis.









Ein Wunsch

Es gibt kein Schweigen,
da selbst das Schweigen spricht;
& nirgends gibt es Ruh'.
Denn selbst im Graben noch:
von Schutt & Asche hör' ich Bomben fallen,
die nie gefallen, & doch geworfen.

- Wie will denn auch, was ist, schweigen!

Wenn die Stille im letzten Tod sein sollt',
so will ich sterben hier, nach diesem letzten Wort.









Einer Reliquie Forderung

O Tod, mein Freund, Du leichte Last,
ein großer Bruder bist Du mir & Engel,
in meinem eignen Hause, kalt, da bin ich Gast,
da Du's von Anbeginn für Dich beansprucht hast.

Mit Feuer & Schwert hast meine Liebe Du errungen,
der Busen ward mir zum Spiegel Deiner selbst, -Glückseligkeit,
doch das Du in meines Reiches Schlafsaal eingedrungen,
läßt zweifeln mich ob meiner Freiheit!

Ein Halbes nur, mein Liebster, wär' ich ohne Dich,
zu lange, Meister, das wir unser Band geknüpft
als das, Gefährt', wir ohn' den andren könnten leben,
doch als Tribut sind alte Freuden mir entschlüpft.

So, O Tod, der Du schwer dem Dasein liegst zu Füßen,
laß mich Dich nun so wie einen Freunde grüßen,
& fordern, Vater, auf eines eignen Wegs Gerechtigkeit,
-mit Dir zusammen, gut!, ist diese Welt mir Übelkeit.







Aufklarung

Solang der Haß, der Argwohn, & die Leere-Liebe
noch Wohnung nimmt in Dir,
solang wirst auch Du noch sein mein Fallensteller
trock´nen Herzens;
doch hat einmal die Liebe Dich mit ihrem warmen Hauch
umfangen,
& Deine Lung' ist prall von klarer, leichter Geistesluft,
dann wirst auch Du mich lieben, wie keinen and'ren sonst,
da ich BIN das Leben.




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1 Kommentare:

  1. ein wunsch, todessehnsucht
    doch was bleibt ist die erkenntnis
    das schweigen tötet doch stille nicht...

    http://jakewunst.wordpress.com/

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